19. März 2016

Andere Epoche, andere Flöte

Während man leicht den Unterschied zwischen Sopran-, Alt-, Tenor- oder Bassflöte anhand der Größe erkennen kann, fallen einem manche Flöten aufgrund ihrer besonderen Erscheinungsart ins Auge. So erging es mir mit der sogenannten Kynseker-Flöte, benannt nach dem deutschen Flötenbauer Hieronymus Franciscus Kynseker (1638-1686):



Über eine interessante Diskussion rund um den niederländischen Komponisten Jacob van Eyck (ca.1590-1657), kam die Frage auf, mit welcher Flöte man wohl damals van Eyck's Stücke gespielt hat.
Da keine von van Eyck's sogenannten "Hand-Fluits" bis heute erhalten geblieben sind, gehen viele davon aus, dass die Kynseker Flöten klanglich derer von van Eyck's am nächsten kommen könnten. Nichts genaues weiß man allerdings nicht.
(Für alle Interessierte: Dieser Artikel KLICK! beschäftigt sich mit dem Thema van Eyck, seiner Kompositionen und der möglicherweise verwendeten Flöte.)

Vom Aussehen her wirkt die Flöte von Kynseker beinahe schnörkellos und gilt als Bindeglied zwischen den schlichten Renaissance-Consort-Blockflöten und den künstlerisch gedrechselten und ausgearbeiteten Flöten der Barockzeit.

Die Kynseker-Flöte im Vergleich zu meiner einfachen Flauto Rondo.

Die Bohrung ist im Vergleich mit einer Barockflöte weiter, im Vergleich mit einer Renaissance-Consort-Flöte jedoch enger.

Der Klang dieser Flöte wird- gegenüber den Renaissanceflöten- als kräftig und grundtönig beschrieben, der sich gut in das Ensemblespiel einfügt. In den Höhen klingt sie schlanker und flexibler und ist somit besonders als Soloinstrument für frühbarocke Musik geeignet.

Meine Kynseker Flöte (Moeck) ist zwar schon ein älteres Modell, doch muss sie erst eingespielt werden, bevor wir uns ausgiebig der frühbarocken Musik widmen können. Eins kann ich allerdings schon jetzt sagen: Sie lässt sich toll greifen, klingt einfach nur wunderschön und definitiv anders wie meine Flauto Rondo.

  • Stimmlage:  Sopran
  • Griffweise:  barock
  • Holz:           Pflaume
  • Stimmung:  442 Hz


Das tolle an Blockflöten scheint tatsächlich zu sein, dass man immer einen Grund findet, warum man unbedingt noch eine weitere braucht.  Es gibt noch soooo viele auf meiner Wunschliste, und auch bei mir ist diese Liste lang. Ganz oben steht jetzt die Tenorflöte, die jedoch an sich schon beinahe einer Investition gleichkommt.
Doch schließlich kann ich mit den Sopranflöten und der Altflöte keine Tenorstimme spielen - also rein theoretisch ginge das natürlich, aber damit wäre  ja mein Argument Null und nichtig :-) .

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